Wintercamping mit Wohnmobil – warm, ruhig, unCampliziert
Wintercamping im Wohnmobil: barfuss bei Schnee, warme Heizung, frostfreie Tanks und ehrliche Tipps aus der Praxis. Ruhig, ehrlich, unCampliziert.

Wintercamping – Warum wir auch bei Schneefall barfuss laufen
Ankommen, wenn andere einpacken
Wintercamping. Für viele klingt das nach klammen Fingern, vereisten Scheiben und einer sehr guten Ausrede, doch lieber zuhause zu bleiben. Für uns fühlt es sich genau gegenteilig an.
Wenn draussen dicke Schneeflocken fallen, der Platz ruhig wird und morgens der erste Kaffee in absoluter Stille dampft, dann wissen wir: Jetzt beginnt unsere Zeit. Drinnen warm, draussen Wintermärchen. Und ja – wir laufen barfuss. Nicht aus Mut, sondern aus Überzeugung.
1. Heizung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung
Die schönste Aussicht bringt nichts, wenn man dabei friert. Wintercamping steht und fällt mit der Heizung. Bei uns arbeitet eine Alde Wasserheizung, die das Fahrzeug gleichmaessig warm hält – inklusive Frontscheibe. Keine kalten Ecken, kein Zugluft-Gefuehl.
Ergaenzt wird das Ganze durch eine Webasto Dieselheizung, die gezielt vorne unterstuetzt. Gerade bei tiefen Temperaturen ein echter Komfortgewinn. Das Ergebnis: wohlig warme Fuesse, auch wenn draussen zweistellig Minus herrscht.
Vorteile:
- gleichmaessige Waerme
- leise
- angenehmes Raumklima
Nachteil:
- Technik, die man verstehen und warten sollte
2. Die Trittstufe – klein, aber winterkritisch
Im Sommer denkt niemand daran. Im Winter schon. Die elektrische Trittstufe ist ueber Nacht schneller vereist, als man „Glatteis“ sagen kann.
Unsere einfache Regel: Stufe rein, bevor der Frost kommt.
Klingt banal, erspart aber morgendliche Rutschpartien mit unfreiwilligem Publikum.
3. Dach frei machen – aber mit Respekt
Schnee auf dem Dach sieht romantisch aus. Beim Losfahren wird er schnell zum Sicherheitsrisiko. Vor jeder Fahrt muss er runter. Punkt.
Bei uns geht das ueber das Heckfenster aufs Dach, einmal mit dem Schneebesen durch – erledigt. Aber Vorsicht:
- Dach ist glatt
- Sat-Kabel und Solarpanels sind empfindlich
Hier gewinnt nicht Tempo, sondern Ruhe.
4. Wasser: frostfrei oder Frustprogramm
Wintercamping mit eingefrorenen Leitungen braucht niemand. Unsere Frisch- und Abwassertanks liegen im beheizten Zwischenboden. Das bedeutet: keine Eimer, kein Basteln, kein Improvisieren bei minus zehn Grad.
Praxis-Tipp:
Wer im Winter regelmaessig Wasser nutzt, sollte sich mit dem Aufbau seines Fahrzeugs wirklich auseinandersetzen. Nicht alles, was im Prospekt wintertauglich heisst, ist es auch.
5. Lüften ohne auszukühlen
Feuchtigkeit ist der unsichtbare Gegner im Winter. Duschen, Kochen, Atmen – alles produziert Nässe. Fenster aufreissen ist keine Loesung.
Hier kommt der MaxxFan ins Spiel. Nach dem Duschen kurz einschalten, feuchte Luft rausziehen, ohne dass der Camper auskuehlt. Funktioniert erstaunlich gut – und verhindert den beruehmten „flauschigen Wandbewuchs“.
6. Energie im Blick behalten
Heizen braucht Energie. Mehr als im Sommer. Klingt logisch, wird aber gerne vergessen.
Unsere Faustregel: Vorräte prüfen, bevor es kalt wird.
Ein leerer Gastank um drei Uhr morgens sorgt nicht fuer Abenteuerromantik, sondern fuer schlechte Laune. Vorbereitung ist hier reine Selbstfuersorge.
Persönlicher Einschub
Wir lieben den Winter nicht, weil er bequem ist. Sondern weil er ehrlich ist. Weniger Menschen, weniger Lärm, weniger Ablenkung. Man hoert wieder den Schnee unter den Schuhen knirschen. Und man freut sich ganz bewusst auf die Rueckkehr in den warmen Camper.
Fazit: kalt draussen, warm im Herzen – und an den Fuessen
Wintercamping ist nichts fuer spontane Schönwetterfahrer. Aber fuer alle, die Ruhe, Klarheit und echtes Unterwegssein schätzen.
Mit der richtigen Technik, etwas Vorbereitung und einer Prise Gelassenheit wird der Winter im Wohnmobil zu einer ganz besonderen Zeit. Und spaetestens beim zweiten Glühwein fragt man sich ernsthaft:
Warum eigentlich fahren im Winter alle in den Süden?
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