Weisse Wand statt Aussicht
Warum grosse Wohnmobile polarisieren – und wie Rücksicht den Unterschied macht

Ankommen & Ernüchterung
Motor aus. Stille.
Man freut sich auf den ersten Blick nach draussen – und schaut direkt auf eine weisse Wand. Hoch, breit, dominant. Ein grosses Wohnmobil hat sich genau dort platziert, wo man selbst eigentlich Wasser, Berge oder Horizont erwartet hätte.
Das Thema Aussicht und grosse Wohnmobile wird in Foren und Blogs seit Jahren diskutiert. Laut, emotional, oft sehr schwarz-weiss. Und fast immer mit dem Gefühl: Da geht es um mehr als nur einen Stellplatz.
1. Zwei Meinungen, ein Platz
Die Diskussion kennt jeder, der länger unterwegs ist:
„Er hat genau gleich bezahlt wie du.“
Stimmt. Punkt.
„Das geht so gar nicht.“
Fühlt sich oft auch richtig an.
Beide Seiten haben Argumente. Und beide vergessen dabei gerne, dass Camping kein Gerichtssaal ist. Es gibt kein Urteil, nur Situationen. Und die lassen sich selten mit Prinzipien lösen.
2. Wenn Emotionen mitreisen
Was viele nicht offen sagen:
Manchmal mischt sich Neid unter die Diskussion. Nicht böse, nicht bewusst – aber spürbar.
Grosse Fahrzeuge stehen für Platz, Komfort, Freiheit. Für manche auch für „zu viel“. Und plötzlich wird aus einer versperrten Aussicht ein Symbol für Ungleichgewicht.
Das Problem dabei:
Neid macht den Blick enger. Und den Stellplatz auch nicht schöner.
3. Rücksicht hat keine Fahrzeugklasse
Wir haben es selbst erlebt – von beiden Seiten.
Wir haben unseren Platz schon abgegeben, weil jemand freundlich gefragt hat. Kein Drama. Kein Machtspiel. Einfach: „Klar, wir stellen uns einen weiter nach hinten.“
Unsere Aussicht? Immer noch da. Seine auch.
Genauso oft erleben wir das Gegenteil:
Kleine Fahrzeuge auf den grössten Plätzen. Nachfrage höflich. Antwort knapp:
„Nein, wir stehen jetzt hier.“
In solchen Momenten merkt man schnell:
Das Problem ist nicht die Fahrzeuggrösse – sondern die Haltung.
4. Reden statt Recht haben
Es gibt kaum Regeln, wer wo stehen soll.
Und selbst wenn es sie gäbe – sie würden nichts lösen.
Was fast immer hilft:
- freundlich ansprechen
- erklären statt fordern
- offen bleiben für Kompromisse
Was fast nie hilft:
- empörtes Schweigen
- passiv-aggressive Blicke
- nachträgliche Foren-Beiträge
Camping ist ein Miteinander auf Zeit. Kein Wettbewerb um den besten Platz.
Tipps & Hinweise aus dem Alltag
- Grosse Fahrzeuge wirken – das darf man mitdenken
- Kleine Fahrzeuge dürfen Platz lassen, müssen aber nicht
- Ein Platztausch ist kein Verlust, sondern oft eine Lösung
- Freundlichkeit kostet nichts und bringt fast immer etwas
- Aussicht ist schön – entspannte Stimmung unbezahlbar
Persönlicher Einschub
Wir fahren gross. Und wir lieben Aussicht.
Aber wir lieben auch Ruhe, Fairness und entspannte Nachbarn.
Wenn jemand respektvoll auf uns zukommt, finden wir fast immer eine Lösung. Und oft stellt man danach fest:
Der ursprüngliche Platz war gar nicht so wichtig, wie man dachte.
Fazit
Die weisse Wand statt Aussicht ist selten das eigentliche Problem.
Meist geht es um Kommunikation, Rücksicht und ein bisschen Ego auf beiden Seiten.
Camping bedeutet Freiheit.
Und Freiheit funktioniert nur, wenn man sie teilt.
Manchmal reicht ein Gespräch.
Und plötzlich ist da nicht nur wieder Aussicht – sondern auch gute Stimmung.
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