Regen im Wohnmobil – typische Probleme & ehrliche Tipps
Regen beim Campen nervt – muss aber kein Albtraum sein. Ehrliche Erfahrungen, praktische Tipps und ein Augenzwinkern aus dem Wohnmobil-Alltag.

Wenn’s von oben klatscht – Regen und andere Camper-Albträume
Nasser Alltag auf vier Rädern
Es gibt Tage, da rollst du auf den Stellplatz, stellst den Motor ab – und noch bevor du den Schlüssel umdrehst, weisst du: Das wird heute kein Postkartenmoment. Regen prasselt aufs Dach, die Hunde sind bereits klatschnass und irgendwo tropft es verdächtig rhythmisch. Willkommen im echten Camperleben. Nicht Instagram, sondern Alltag. Und ja: genau darum geht’s hier.
1. Das Wohnmobil als Regenauffangstation
Ein Wohnmobil-Dach bringt locker 25 bis 30 Quadratmeter Fläche mit. Klingt grosszügig, ist bei Starkregen aber eher eine Einladung an Wasser, Blätter und alles, was sonst noch vom Himmel fällt.
Das Problem:
Wenn das Wasser nicht sauber ablaufen kann, sammelt es sich. Und zwar nicht leise, sondern mit Nachdruck. Spätestens nachts merkst du dann, dass dein Dach eher an ein Planschbecken erinnert als an eine schützende Hülle.
Praxis-Tipp:
Dach regelmässig kontrollieren. Gerade nach Herbststürmen oder längeren Standzeiten. Blätter sind harmlos – bis sie Abflüsse blockieren.
2. Der Nivellierungs-Irrtum
Alle wollen perfekt stehen. Waagrecht schlafen, Kaffee ohne Schieflage, keine rollenden Teller. Verständlich. Aber bei Regen ist genau das oft der Fehler.
Ein komplett ausnivelliertes Fahrzeug lädt das Wasser ein, zu bleiben. Es sucht sich keine Richtung – es bleibt einfach dort, wo es ist.
Besser:
Minimal schräg parken. Ein bis zwei Grad nach vorne oder hinten reichen völlig. Sieht keiner, merkt jeder – vor allem das Wasser.
3. Wenn’s durchs Hecki tropft
Regen mit Wind ist eine eigene Disziplin. Dann wird das Wasser nicht nur von oben geliefert, sondern auch seitlich verteilt. Über Zwangsbelüftungen, Dichtungen oder das berühmte Heckfenster findet es manchmal seinen Weg nach innen.
Plötzlich tropft es von der Decke. Nicht dramatisch, aber nervig. Besonders nachts. Besonders mit Hund auf der Matratze.
Realität:
Das ist selten ein Defekt, sondern Physik. Viel Wasser, viel Wind, ungünstiger Winkel. Keine Panik – aber aufmerksam bleiben.
4. Regen macht erfinderisch
Regen im Wohnmobil bringt Dinge hervor, die draussen niemand trainiert:
- Der Handtuch-Sprint:
Zwei nasse Hunde, eine offene Tür, ein schliessendes Dachfenster. Koordination auf olympischem Niveau. - Wäsche-Tetris:
Jacken, Decken, Schuhe. Alles feucht. Alles braucht Platz. Und plötzlich fühlen sich selbst 28 Quadratmeter winzig an. - Das Eis-Orchester:
Nach Frostnächten bilden sich kleine Wasseransammlungen auf dem Dach. Beim Losfahren klingt das dann, als würde ein Eisbär Stepptanz üben.
Man lacht – meistens. Spätestens im Nachhinein.
5. Markise bei Regen – ja, aber mit Verstand
Die Markise ist Gold wert, wenn sie richtig eingesetzt wird. Falsch gespannt hingegen liefert sie dir eine unfreiwillige Dusche.
Ganz wichtig:
Nie komplett waagrecht. Ein Bein leicht tiefer, damit das Wasser ablaufen kann. Und beim Einfahren: langsam. Sehr langsam.
Alles andere endet garantiert nasser, als geplant.
Fazit: Regen gehört dazu – Gelassenheit auch
Regen ist kein Fehler im System. Er ist Teil davon. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kauft nicht nur Freiheit, sondern auch Wetter. Und manchmal eben nasse Pfoten, beschlagene Scheiben und improvisierte Trockenplätze.
Ein paar alte Handtücher, Clogs vor der Tür, eine Thermoskanne mit Tee – und die Fähigkeit, über das Chaos zu schmunzeln – sind oft wertvoller als jedes Extra auf der Ausstattungsliste.
Bleibt entspannt. Trocken wäre schön – aber entspannt reicht oft völlig.
Euer Team von unCampliziert.ch
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