29.Mai 2025

Reiseplanung mit dem Wohnmobil – Etappen clever planen

So planen wir unsere Wohnmobil-Reisen: entspannte Etappen, bewährte Apps und ehrliche Tipps für stressfreies Unterwegssein.

Reiseplanung mit dem Wohnmobil – warum der Weg für uns wichtiger ist als das Ziel

Einleitung

Es gibt diese Menschen, die starten morgens am Bodensee und wachen am nächsten Tag irgendwo in Sizilien wieder auf. 1’400 Kilometer, Autobahn, Raststätte, Rückenweh inklusive. Respekt – aber nein, das sind nicht wir.

Unser Motto ist deutlich entspannter: Bist du in Eile, geh langsam. Oder noch besser: fahr gemütlich mit dem Wohnmobil. Etappe für Etappe. Denn ja, Start- und Zielort sind nett zu wissen – aber das echte Leben passiert dazwischen.

Ein Roadtrip ohne spontane Abzweigungen ist wie Raclette ohne Käse. Geht theoretisch, macht aber wenig Freude.

1. Unsere Etappen: bewusst kurz gehalten

Wir planen unsere Tagesetappen selten länger als nötig. In der Praxis haben sich 150 bis 350 Kilometer bewährt. Der Sweet Spot liegt für uns bei rund 230 Kilometern pro Tag.

Warum genau so?

  • genug Strecke, um vorwärtszukommen
  • genug Zeit, um vor und nach der Fahrt zu arbeiten (ja, wir sind noch im Berufsleben)
  • und vor allem: Loui und Gino finden lange Fahrten auch nur so mittelmässig spannend

Vier Stunden am Steuer sind für uns das Maximum. Alles darüber fühlt sich schnell nach Pflichtprogramm an – und nicht nach Reisen.

2. Route planen – aber bitte mit Köpfchen

Klar, man kann einfach losfahren. Haben wir auch schon gemacht. Und standen dann am Samstagabend mit leerem Frischwassertank irgendwo im Nirgendwo. Lernkurve: steil.

Eine grobe Planung spart Nerven – ohne die Freiheit zu killen. Zum Glück gibt es heute Apps, die wirklich helfen. Nicht alle, aber ein paar sehr gute.

Hier kommen unsere Favoriten. Alle selbst getestet, alle regelmässig im Einsatz.

3. Unsere wichtigsten Apps für die Reiseplanung

Stellplatz-Radar

Der Klassiker. Und ehrlich gesagt: unsere meistgenutzte App.

Vorteile:

  • riesige Auswahl an Stellplätzen
  • Bewertungen, Bilder, ehrliche Kommentare
  • Filter nach Ausstattung, Preis, Lage und Fahrzeuggrösse
  • Stellplätze direkt entlang der Route
  • Offline-Karten verfügbar

Ideal für alle, die lieber auf Stellplätzen stehen als auf grossen Campinganlagen.

Park4Night

Der etwas wildere Cousin. Perfekt für Entdecker.

Vorteile:

  • viele inoffizielle Plätze: Parkplätze, Bauernhöfe, Picknickstellen
  • stark community-getrieben, oft echte Geheimtipps
  • Pro-Version mit Routenplanung und Favoriten

Aber: immer selbst prüfen, ob der Platz wirklich erlaubt ist. Die Realität ist manchmal schneller als die App.

ADAC Camping & Stellplatz App

Für alle, die es gerne offiziell und geprüft mögen.

Vorteile:

  • hohe Qualität bei Campingplätzen
  • viele Anlagen mit ADAC-Inspektion
  • verlässliche Infos zu Preisen und Ausstattung

Weniger flexibel für spontane Stopps – dafür sehr solide.

Campercontact

Besonders stark in den Benelux-Ländern und Frankreich.

Vorteile:

  • viele kleine, kommunale Stellplätze
  • günstige Jahreslizenz
  • Bewertungen und GPS-Export

Gerade abseits der grossen Routen ein echter Gewinn.

Google Maps & Komoot

Keine Wohnmobil-Apps – aber unverzichtbar.

  • Komoot für Wander- und Velorouten
  • Google Maps für Supermärkte, Restaurants, Tankstellen

Für die Feinplanung unschlagbar.

4. Worauf wir bei der Planung achten

Ein paar einfache Regeln, die sich bewährt haben:

  • Fahrzeit pro Tag: maximal 3–4 Stunden
  • Ankunft: möglichst vor 17 Uhr
  • Route speichern, damit es ohne Netz nicht spannend wird
  • Plan B mitdenken: immer 1–2 Alternativen auf der Strecke

Das nimmt kaum Freiheit – gibt aber enorm viel Ruhe.

Persönlicher Einschub

Wir haben gemerkt: Je besser die Planung, desto entspannter die Reise. Nicht weil alles festgelegt ist – sondern weil man weiss, dass man Optionen hat. Und Optionen sind unterwegs Gold wert.

Fazit

Mit dem richtigen Mindset und ein paar guten Apps wird jede Fahrt Teil der Reise. Der Weg ist das Ziel – und genau dort warten die schönsten Erlebnisse. Wenn man sich Zeit lässt.

Motor starten, App öffnen, Karte laden. Und dann einfach losfahren. Nur bitte nicht hetzen.

Wenn du unsicher bist, welche App zu deinem Reisestil passt oder wie du deine Etappen sinnvoll planst: melde dich gerne bei uns. Wir teilen Erfahrung, Routen und ehrliche Einschätzungen. Ganz unCampliziert.

Weitere unCamplizert Artikel

27.01.2026

Wohnmobilstellplatz Burgblick Waldburg – ruhig, modern, herzlich

Wohnmobilstellplatz Burgblick in Waldburg: moderne Ausstattung, Frischwasser auch im Winter, viel Platz für grosse Fahrzeuge und absolute Ruhe mit Burgblick.
11.02.2026

Frutigresort – Stillstand ist hier keine Option

Wie drei Brüder ein Camping- und Ferienresort in Rekordtempo neu denken
04.02.2026

Weisse Wand statt Aussicht

Warum grosse Wohnmobile polarisieren – und wie Rücksicht den Unterschied macht