Grillen mit dem Wohnmobil: Gas, Holzkohle oder Plancha?
Welche Grills eignen sich fürs Campen? Ehrliche Erfahrungen zu Gas-, Holzkohle- und Elektrogrills – praxisnah, fair und unCampliziert erklärt.

Grillen unterwegs – was wirklich funktioniert (und was Ärger macht)
Einleitung
Grillen gehört zum Campen wie der Klappstuhl zum Sonnenuntergang. Kaum steht das Wohnmobil, ist die Frage da: Was kommt heute auf den Rost?
Und gleich danach: Darf ich hier überhaupt grillen – und womit?
Denn zwischen romantischem Holzkohlefeuer, praktischem Gasgrill und vermeintlich einfachem Elektrogrill liegen im Campingalltag Welten. Manche gemütlich, manche eher… diskussionsreich mit dem Platzwart.
Zeit für eine ehrliche, praxisnahe Einordnung. unCampliziert eben.
1. Holzkohlegrill – Herz, Rauch und Realität
Der Klassiker. Feuer, Glut, Knistern. Grillromantik pur.
Und trotzdem: im Campingalltag oft schwieriger als gedacht.
Vorteile
- echtes Grillaroma
- unabhängig von Gas und Strom
- emotional unschlagbar
Nachteile
- auf vielen Campingplätzen verboten
- besonders heikel in Südeuropa und waldnahen Gebieten
- Rauch zieht – leider nicht immer in die gewünschte Richtung
- Nachbarn haben selten Lust auf BBQ-Duft um 8 Uhr morgens
Unsere Einschätzung:
Perfekt für Strand, abgelegene Spots oder private Plätze – wo es ausdrücklich erlaubt ist. Auf klassischen Campingplätzen eher Ausnahme als Regel.
2. Gasgrill – der Camper-Allrounder
Der Gasgrill ist nicht ohne Grund der Liebling vieler Wohnmobilisten.
Deckel auf, Zündung, fertig.
Wichtig – und oft übersehen:
Wenn du den Grill über die Gassteckdose am Wohnmobil betreibst, muss es ein 30-mbar-Grill sein. Alles andere endet schnell mit Frust – oder gar nicht erst mit Hitze.
Vorteile
- fast überall erlaubt
- schnell einsatzbereit
- sauber und gut regulierbar
- wenig Rauch
Nachteile
- Anschlüsse müssen passen
- ein kleines technisches Grundverständnis schadet nicht
Unsere Einschätzung:
Der beste Kompromiss aus Freiheit, Komfort und Rücksicht.
3. Elektrogrill – klingt einfach, ist es aber selten
Stecker rein, loslegen?
In der Theorie ja. In der Praxis: kommt drauf an.
Gerade in südlichen Ländern sind viele Campingplätze nur schwach abgesichert. Ein Elektrogrill, ein Wasserkocher und ein Nachbar mit Klimaanlage – und plötzlich ist der halbe Platz dunkel.
Vorteile
- kein offenes Feuer
- teilweise indoor-tauglich
- leise und raucharm
Nachteile
- hoher Strombedarf
- Blackout-Potenzial
- wenig mobil
- nicht überall sinnvoll einsetzbar
Unsere Einschätzung:
Nur für gut abgesicherte Plätze – und eher zweite Wahl.
4. Unser Setup – Plancha & Big Green Egg MiniMax
Wir mögen es flexibel – und ehrlich gesagt auch ein bisschen genussorientiert.
In unserer Heckgarage läuft ein langer Auszug mit integrierter Plancha.
Ideal für:
- Fisch
- Gemüse
- kleine Steaks
- schnelles, sauberes Kochen
Wenn wir länger an einem Ort bleiben (Stichwort Boho-Style campen), kommt das Big Green Egg MiniMax zum Einsatz.
Vorteile
- unglaublicher Geschmack
- vielseitig
- Temperaturstabilität auf Top-Niveau
Nachteile
- schwer
- braucht Zuladung
- definitiv nichts für Minimalisten
Unsere Einschätzung:
Nicht nötig – aber verdammt schön, wenn man es kann.
5. Uwe’s Empfehlung – Gasgrill G201 von Grillfürst Schweiz
Wenn wir einen Gasgrill empfehlen sollen, dann diesen.
Der G201 ist kompakt, robust und campingtauglich – ohne Schnickschnack.
Warum wir ihn mögen
- klein, aber leistungsstark
- kombinierbar mit Edelstahl-Plancha oder Gussplatte
- mit oder ohne Untergestell
- Abdeckhaube und Transporttasche erhältlich
- funktioniert auf Tisch, Wiese oder Heckauszug
Kurz gesagt: Ein Grill, der das mitmacht, was Camper wirklich tun.
6. Weitere campingtaugliche Alternativen
LotusGrill
Rauchfreier Holzkohlegrill mit Lüfter.
Schnell heiss, kompakt – geschmacklich okay, aber kein Feuerromantiker.
Cobb Grill
Fast ein mobiler Outdoor-Ofen.
Extrem vielseitig, braucht aber Geduld und Übung.
Skotti Grill
Der Gasgrill für Minimalisten.
Ultrakompakt, faltbar, wenig Fläche – dafür maximal mobil.
Napoleon TravelQ
Bewährt, solide, gute Leistung.
Nicht leicht, aber zuverlässig.
7. Die goldene Grill-Regel beim Campen
Egal ob Gas, Kohle oder Plancha:
Rücksicht ist das beste Grillgewürz.
- Immer fragen, was erlaubt ist
- Rauch und Gerüche dosieren
- Zeiten beachten
- Nachbarn mitdenken
Aus eigener Erfahrung:
Lieber einmal mehr nachfragen – als später mit dem Platzwart und einem Feuerlöscher Smalltalk führen.
Fazit – Grillen geht fast immer. Wenn man’s richtig macht.
Es gibt nicht den perfekten Campinggrill.
Aber es gibt den passenden Grill für deinen Stil, dein Fahrzeug und deinen Platz.
Ob minimalistischer Skotti, Gasgrill wie der G201 oder ein Big Green Egg in der Heckgarage – entscheidend ist, dass es stressfrei bleibt.
Und ganz ehrlich:
Was gibt’s Schöneres, als draussen zu kochen, die Sonne geht unter – und Loui & Gino sitzen daneben und hoffen, dass doch noch ein Würstchen runterfällt?
Weitere unCamplizert Artikel

Wohnmobilstellplatz Burgblick Waldburg – ruhig, modern, herzlich

Frutigresort – Stillstand ist hier keine Option

