16.Mai 2025

Wohnmobil winterfest machen – frostfrei durch den Winter

So machst du dein Wohnmobil wirklich winterfest: Wasser, Heizung, Strom und Tipps aus der Praxis – ehrlich, einfach und unCampliziert.

Frostsicher durch den Winter – So machst du dein Wohnmobil wirklich winterfest

Einleitung

Elena, Loui, Gino und ich sind eigentlich immer unterwegs. Sommer, Winter, Zwischensaison – unser Wohnmobil kennt keinen Kalender. Im Winter zieht es uns halt eher Richtung Glühweinstand als Strandbar, aber das Prinzip bleibt gleich: unterwegs sein.

Trotzdem gibt es diese Momente, wo der Camper ein paar Wochen Pause bekommt. Dann machen wir es manchmal ganz simpel: Heizung auf 5 Grad, Türen zu, fertig.
Aber: Das funktioniert nur, wenn du bald wieder losfährst. Geht dein Wohnmobil in den echten Winterschlaf, brauchst du etwas mehr Sorgfalt. Sonst wird der Frühling teuer, feucht oder beides.

Damit das alles schön unCampliziert bleibt, kommt hier die ehrliche Schritt-für-Schritt-Anleitung aus der Praxis.

1. Wasser raus – sonst rächt sich der Frost

Wasser ist im Sommer dein bester Freund. Im Winter wird es zum stillen Saboteur.

Was du tun solltest:

  • Frischwassertank komplett entleeren
  • Alle Wasserhähne öffnen (Warm/Kalt auf Mittelstellung)
  • Wasserpumpe kurz laufen lassen, damit die Leitungen leer werden
  • Boiler nicht vergessen
  • Optional: Leitungen mit Druckluft ausblasen (nicht zwingend, aber beruhigend)

Viele Fahrzeuge haben ein FrostControl-Ventil, das sich bei rund 4 Grad automatisch öffnet. Praktisch – aber kein Freipass fürs Vergessen.

Vorteil: Keine geplatzten Leitungen
Nachteil: Ein paar Minuten Arbeit
Praxis-Tipp: Lieber einmal zu viel kontrollieren als im Frühling den Boden trocknen

2. Grauwasser & Toilette – auch hier gilt: leer ist gut

Grauwasser, Seifenreste und Frost sind keine gute Kombination.

  • Grauwassertank vollständig entleeren
  • Mit klarem Wasser nachspülen
  • Toilettenkassette leeren, reinigen
  • Dichtungen mit Silikonfett pflegen
  • Tankdeckel leicht offen lassen, damit nichts müffelt

Alltagserfahrung: Die schlimmsten Gerüche entstehen immer dort, wo man dachte: „Ach, passt schon.“

3. Die Heizung – grosser Unterschied zwischen Truma und Alde

🔥 Truma Gasheizung

Bei einer Truma-Anlage gilt:

  • Boiler entleeren
  • FrostControl prüfen
  • Heizung ausschalten
  • Strom trennen

Mehr braucht es nicht.

🔥 Alde Wasserheizung

Bei Alde bitte genau hinschauen:

  • Heizkreislauf bleibt gefüllt
  • Glykol nicht ablassen
  • Nur Frisch- und Brauchwasser entfernen
  • Frostschutzanteil regelmässig prüfen (alle 2–3 Jahre)

Typischer Fehler: Alles ablassen. Bitte nicht. Die Alde liebt ihren Glykol-Cocktail.

Vorteil: Kein Frostschaden im Heizsystem
Nachteil: Man muss wissen, was man tut
Praxis-Tipp: Unsicher? Ein kurzer Check beim Fachbetrieb spart viel Geld

4. Strom – sparen ja, vergessen nein

Batterien hassen den Winter genauso wie wir kalte Zehen.

  • Aufbaubatterie abklemmen oder Erhaltungsladung nutzen
  • Solar? Glück gehabt – trotzdem kontrollieren
  • Starterbatterie nicht vergessen
  • Alle paar Wochen Spannung prüfen

Realität: Tiefentladene Batterien sterben leise – und teuer.

5. Lüften statt muffeln – Schimmel bleibt draussen

Ein geschlossenes Wohnmobil ist ein Paradies für Feuchtigkeit.

  • Fenster leicht öffnen oder Spaltlüfter nutzen
  • Kühlschrank, Schränke und Bad offen lassen
  • Polster aufstellen oder ankippen
  • Dichtungen pflegen
  • Verdunkelungen locker lassen

Vergleich: Ein Wohnmobil muss atmen wie ein guter Wanderschuh – sonst wird’s unangenehm.

6. Aussenpflege – auch im Winterschlaf wichtig

Der Winter ist kein Freipass für Vernachlässigung.

  • Fahrzeug gründlich reinigen (ja, auch das Dach)
  • Atmungsaktive Abdeckplane verwenden
  • Reifendruck leicht erhöhen
  • Holz oder Gummi unter die Reifen legen
  • Gasflaschen je nach Lagerort abklemmen oder ausbauen

Ironie des Camperlebens: Der Dreck vom Herbst ist im Frühling plötzlich ein Langzeitprojekt.

Persönlicher Einschub

Wenn wir wissen, dass wir bald wieder losfahren, machen wir es simpel: Heizung auf 5 Grad, Türen zu, Hunde rein – läuft.
Aber für längere Standzeiten gehen wir immer den kompletten Weg. Nicht aus Angst, sondern aus Erfahrung.

Fazit – einmal richtig gemacht, jahrelang Ruhe

Ein Wohnmobil winterfest zu machen ist keine Wissenschaft. Es braucht nur etwas Aufmerksamkeit, ein paar ehrliche Handgriffe und das Wissen, wo man lieber nichts „vereinfacht“.

Dann startet der Frühling nicht mit Reparaturen, sondern mit Vorfreude.

Und vielleicht sehen wir uns ja irgendwo auf einem verschneiten Stellplatz – mit heissem Tee, warmen Pfoten und einem Camper, der den Winter ganz entspannt überstanden hat.

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