SuperSense im Wohnmobil – ehrliche Erfahrungen und Alternativen
SuperSense Sensoren im Wohnmobil: ehrliche Erfahrungen mit Füllstand- und Reifendrucksensoren, typische Probleme und zuverlässige Alternativen aus Industrie und Marine – unCampliziert erklärt.

Der Hype um SuperSense – eine Hass-Liebe auf Rädern
Einleitung
Es klang so gut. Zu gut, um wahr zu sein.
Endlich keine Schätzeisen mehr im Frischwassertank. Keine „wird schon noch reichen“-Schätzungen beim Grauwasser. Stattdessen Sensoren, App, digitale Kontrolle über alles, was im Wohnmobil irgendwie fliesst, brennt oder rollt.
SuperSense wurde uns als Revolution verkauft. Als Technik, die Ordnung, Übersicht und Sicherheit bringt. Und ja – wir waren sofort dabei. Voll dabei.
Heute, nach einigen Jahren Praxis, ist aus der grossen Liebe eher eine müde Zweckgemeinschaft geworden. Mit stark sinkender Toleranzschwelle.
1. Was ist SuperSense eigentlich?
SuperSense ist ein System aus smarten Sensoren, die Füllstände und Drücke messen – je nach Einsatz per Ultraschall oder Drucktechnik. Die Werte werden via Bluetooth oder WLAN an eine App oder ein zentrales Display geschickt.
Die Idee dahinter ist bestechend:
Ein Blick aufs Display und du weisst, wie viel Frischwasser noch da ist, ob der Grauwassertank bald voll wird oder ob der Reifendruck passt. Modern, digital, übersichtlich.
Bei uns ist SuperSense praktisch überall verbaut:
– Frischwassertank
– Grauwassertank
– Schwarzwassertank
– Dieseltank
– zwei Gastanks
– sechs Reifendrucksensoren (TPMS)
Auf dem Papier: Vollausstattung.
Im Alltag: eher Vollbeschäftigung.
2. Wo liegen die Probleme?
Kurz gesagt: bei der Zuverlässigkeit.
Etwas ausführlicher gesagt: fast überall.
Batterien ohne Ende
Die TPMS-Sensoren haben einen erstaunlichen Appetit auf Knopfzellen. Kaum glaubt man, jetzt sei Ruhe, fängt das System wieder an zu piepsen.
Warnung: Reifendruck kritisch!
Realität: nichts. Der Reifen ist einfach warm gefahren. Mehr Drama gibt’s nicht.
Wasserstände nach Laune
Der Frischwassertank ist laut Anzeige halb voll, während er sichtbar leerläuft.
Der Schwarzwassertank meldet „leer“, obwohl sich beim Öffnen schnell zeigt: Das stimmt so eher theoretisch.
Wenn man sich auf Anzeigen nicht verlassen kann, verlieren sie ihren Sinn.
Defekte als Dauerzustand
Sensoren fallen aus. Regelmässig. Trotz Updates, trotz neuer Generationen, trotz Einbau durch Fachwerkstätten oder sogar ab Werk.
Unterm Strich haben wir mehr Sensoren getauscht als Gasflaschen. Und das will was heissen.
3. Wird es mit jeder Version besser?
Das Mantra kennt man:
„Mit der neuen Version läuft alles viel stabiler.“
Wir haben es geglaubt. Mehrfach.
Heute glauben wir eigentlich nur noch daran, dass irgendwann der Moment kommt, an dem die Geduld endgültig aufgebraucht ist.
4. Der Blick über den Caravan-Tellerrand
Irgendwann stellt man sich die Frage:
Warum funktioniert Messtechnik in der Industrie, auf Baustellen oder in Chemieanlagen – aber nicht zuverlässig im Wohnmobil?
Die Antwort liegt nahe:
In der Industrie ist „funktioniert“ keine Marketingfloskel, sondern Voraussetzung.
Spannende Alternativen, die wir sehr ernst nehmen:
– VEGA
Hochpräzise Radar- und Drucksensoren für Füllstandsmessung. Millionenfach im Einsatz, nicht nur im Prospekt.
– ifm electronic
Deutsche Industriequalität. Sensoren, die in Bau- und Agrarmaschinen klaglos ihren Dienst tun.
– WIKA
Druck-, Temperatur- und Füllstandsmessung für extreme Umgebungen. Chemieanlagen, Kraftwerke – kein Spielzeug.
– Balluff
Sensorik für Dauerbetrieb, draussen, drinnen, kalt, heiss – egal.
– Philippi Elektronik
Technik aus der Marine- und Bootswelt. Klare Anzeigen, saubere Messung, keine App-Pflicht, kein Cloud-Zirkus. Nicht hip – aber extrem beruhigend.
Allen gemeinsam:
Nicht Plug & Play. Aber Plug & Funktion.
5. Wie geht es bei uns weiter?
Ganz ehrlich: Wir geben das Thema nicht auf. Aber wir geben uns auch keine Illusionen mehr hin.
Sobald Zeit und Nerven wieder zusammenfinden, starten wir ein eigenes Experiment:
Eine Füllstandsanzeige aus echten Industriekomponenten. Kabel statt Bluetooth. Anzeige statt App. Technik, die einfach tut, was sie soll.
Ohne Show. Ohne Marketing. Ohne Überraschungen.
Fazit
SuperSense ist eine gute Idee. Aber eine gute Idee reicht im Wohnmobil-Alltag nicht. Zu viele Ausfälle, zu viele falsche Anzeigen, zu wenig Vertrauen.
Wir haben gelernt:
Weniger messen ist manchmal besser – solange es verlässlich ist.
Das Thema bleibt offen. Wir bleiben dran.
Aber künftig lieber mit Technik, die funktioniert, statt mit Versprechen.
Bleibt unCampliziert.
Weitere unCamplizert Artikel

Wohnmobilstellplatz Burgblick Waldburg – ruhig, modern, herzlich

Frutigresort – Stillstand ist hier keine Option

