02.Juni 2025

Stellplatz ist nicht gleich Stellplatz – Wohnmobil richtig planen

Stellplatz oder Campingplatz? Warum nicht jeder Platz gleich ist und wie du deine Wohnmobil-Reise entspannt und realistisch planst. Ehrlich & unCampliziert.

Stellplatz ist nicht gleich Stellplatz

Warum du unterwegs mit dem Wohnmobil nicht jeden Platz gleich lieben wirst

Du rollst entspannt über die Landstrasse, der Kaffee steht griffbereit, der Hund döst hinter dir – und dann ist da dieser Moment: Stellplatz erreicht.
Manchmal denkst du: Wow, hier bleiben wir länger.
Und manchmal: Gut, dass wir nur eine Nacht geplant haben.

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist – egal ob im grosszügigen Liner oder im handlichen Kastenwagen – merkt schnell: Stellplatz ist nicht gleich Stellplatz. Zwischen Autobahn-Parkplatz mit Dauerbeschallung und Panorama-Terrasse mit Sonnenuntergang liegen Welten. Und genau diese Unterschiede entscheiden, ob du abends entspannt ein Glas Wein trinkst – oder nach Ohrstöpseln suchst.

1. Stellplatz oder Campingplatz – der kleine, aber feine Unterschied

Bevor wir losfahren, ein kurzer Realitätscheck.

Campingplätze sind meist voll ausgestattete Anlagen:
Rezeption, Sanitäranlagen, Müllentsorgung, oft Restaurant, manchmal Pool oder Wellness. Perfekt für längere Aufenthalte, Waschtage und alle, die es gern etwas komfortabler mögen.

Stellplätze dagegen sind pragmatischer.
Mal mit Strom und Wasser, mal nur eine Fläche mit Erlaubnis zum Übernachten. Dafür oft zentral gelegen: nahe an Städten, Wanderwegen oder direkt beim Winzer.

Kurz gesagt:
Campingplatz = Ferienanlage
Stellplatz = Parkplatz mit (mehr oder weniger) Service

Beides hat seine Berechtigung. Und beides kann – je nach Situation – genau richtig oder komplett falsch sein.

2. Routenplanung: Stadtpflaster oder Naturkino?

Nehmen wir eine klassische Rundreise: zwei Wochen unterwegs, Städte erleben, Natur geniessen, nicht jeden Tag Koffer packen – aber auch nicht festkleben.

1. Zürich – funktional statt romantisch

Stellplätze rund um grössere Städte sind selten schön, aber oft praktisch. ÖV-Anbindung top, Lage zweckmässig, Aussicht… na ja.
Einschätzung: 1–2 Nächte reichen völlig. Als Sprungbrett in die Stadt ideal.

2. Genfersee – jetzt wird durchgeatmet

Am See ein Campingplatz mit Blick auf Wasser und Berge. Strom, Dusche, Ruhe.
Einschätzung: Genau der richtige Ort, um ein paar Tage runterzufahren.

3. Lyon – gut essen, gut schlafen, weiterziehen

Stellplatz am Stadtrand, oft eher Parkplatz als Idylle.
Einschätzung: Spät ankommen, hervorragend essen, früh weiterfahren. Funktioniert.

4. Italienische Küste – schön, aber nicht immer einfach

Kleine Campingplätze oder Agricamping in Hanglage. Atemberaubend – aber oft mit engen Zufahrten.
Einschätzung: Traumhaft, wenn man entspannt fährt. Mit grossen Fahrzeugen besser vorher prüfen.

5. See mit Aussicht – diese Plätze bleiben hängen

Direkt am Wasser, wenig Schnickschnack, dafür Atmosphäre.
Einschätzung: Hier bleibt man plötzlich länger als geplant. Passiert öfter.

6. Alpenpass – minimalistisch, aber magisch

Einfache Übernachtungsplätze in den Bergen. Kein Strom, kein Netz, keine Dusche.
Einschätzung: Nicht für jeden, aber unvergesslich. Wenn das Wetter passt.

3. Vorteile und Nachteile – ehrlich betrachtet

Stellplätze

  • flexibel, oft günstig oder gratis
  • perfekt für Zwischenstopps und Städte
    – Qualität schwankt massiv
    – Lärm und Lage sind Glückssache

Campingplätze

  • Komfort, Infrastruktur, Ruhe
  • ideal für längere Aufenthalte
    – weniger spontan
    – in der Hochsaison gerne voll

Tipps & Hinweise aus der Praxis

  • Lies Bewertungen, aber glaube nicht alles
  • Satellitenansicht checken: Lage sagt oft mehr als Worte
  • Ein Platz muss nicht schön sein – manchmal nur zweckmässig
  • Bleib flexibel: Die besten Plätze findet man unterwegs
  • Vertraue deinem Bauchgefühl (und deinem Gehör)

Persönlicher Einschub

Wir haben Plätze erlebt, die wir nie vergessen – und andere, an die wir uns bewusst nicht mehr erinnern wollen. Beides gehört dazu. Reisen mit dem Wohnmobil ist kein Hotelkatalog. Es ist Freiheit. Und Freiheit heisst auch: nicht jeder Halt wird ein Volltreffer.

Fazit: Planen mit Gefühl statt mit Sternen

Du brauchst nicht immer Komfort und Parzellierung.
Manchmal reicht ein ruhiger Platz, eine schöne Aussicht und frische Luft.
Und manchmal brauchst du genau das Gegenteil: Dusche, Waschmaschine und stabiles WLAN.

Unsere unCampliziert-Empfehlung:

  • Campingplätze für längere Stopps
  • Stellplätze für City-Trips und Etappen
  • Spontan bleiben, wenn möglich

Denn manche Stellplätze vergisst man nie.
Und andere? Die sieht man zum Glück nur im Rückspiegel.

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