Ritschratschboom: Wenn Vanlife plötzlich richtig laut wird
Ein augenzwinkernder Camping-Alltag über laute Campervan-Türen, fehlende Rücksicht und warum Vanlife manchmal wie ein Actionfilm klingt.

Ritschratschboom – oder wenn Vanlife plötzlich Dolby Surround hat
Einleitung
Es gibt Geräusche, die sofort Erinnerungen wecken. Das Blubbern der Kaffeemaschine am Morgen. Vögel, die noch vor dem Wecker wach sind. Das leise Klirren von Geschirr beim ersten Kaffee.
Und dann gibt es dieses eine Geräusch, das keiner vermisst – aber fast jeder schon erlebt hat:
RITSCHRATSCHBOOM.
Der akustische Urknall moderner Vanlife-Romantik. Live, direkt vom Nachbarplatz. Tür auf, Tür zu. Und zwar nicht einfach so – sondern mit Gefühl. Mit Nachdruck. Mit Leidenschaft. Rund um die Uhr.
1. Erstmal ehrlich: Ich mag Campervans
Bevor hier jemand die Mistgabel holt: Ich liebe Campervans. Wirklich.
Diese liebevoll ausgebauten Kastenwagen, bei denen man sich fragt, warum kein Hersteller je auf diese Ideen gekommen ist. Mini-Weinkeller, versteckte Duschen, Schubladen mit Geheimfächern – kreativ, clever, oft richtig sympathisch.
Viele Vanlife-Nachbarn sind unauffällig wie ein Reh im Morgentau. Keine Musik, keine Stimmen, kein Chaos. Man hört höchstens das leise Surren der Kühlbox und denkt: Schön. So geht Rücksicht.
2. Und dann gibt es… Ritschratschboom
Du liegst im Bett. Es ist 3:57 Uhr. Draussen ist es noch stockdunkel. Vielleicht hast du gerade von frischen Gipfeli geträumt.
RITSCH! Tür auf.
RATSCH! Irgendwas fällt raus.
BOOM! Tür zu. Wohnmobil vibriert.
Du denkst noch grosszügig: Okay, der muss wohl los.
Zwei Minuten später:
RITSCHRATSCHBOOM.
Und dann nochmal.
Und nochmal.
Und nochmal.
Über Stunden. Über Tage. Im Rhythmus deiner schwindenden Geduld.
3. Der Campingplatz als Klangkörper
Es ist beeindruckend, welches akustische Potenzial eine Schiebetür entwickeln kann.
Man hört sie überall: beim Kochen, Lesen, Einschlafen, Zähneputzen, Grillieren.
Der Boden bebt, die Hunde zucken zusammen, das Weinglas klirrt auf dem Tisch. Und man fragt sich leise, aber eindringlich:
Wie oft kann ein Mensch in 24 Stunden etwas aus seinem Van holen – und warum jedes Mal mit der Wucht eines Güterzugs?
4. Muss das wirklich so sein?
Klar, Camping ist kein Wellnesshotel. Und niemand erwartet absolute Stille.
Aber ein kleines bisschen Rücksicht würde schon reichen.
Ein Gummipuffer an der Tür.
Ein sanfter Griff statt Vollgas.
Oder ein Zettel innen an der Tür:
„Bitte leise schliessen – andere schlafen auch vor 9 Uhr.“
Denn genau deshalb sind wir doch unterwegs:
Ruhe. Natur. Freiheit.
Und vielleicht das Plätschern eines Bachs – nicht ein Türgewitter in Endlosschleife.
Persönlicher Einschub
Ich winke dem Ritschratschboom-Nachbarn trotzdem freundlich zu.
Vielleicht ist seine Kaffeemaschine so laut, dass er sein eigenes Türdröhnen gar nicht hört.
Oder er denkt sich: Wenn ich keinen Fernseher habe, liefere ich halt Actionkino für den ganzen Platz.
Auch das ist irgendwie… engagiert.
Fazit
Vanlife ist Vielfalt. Kreativität. Freiheit.
Aber Freiheit funktioniert besser mit ein bisschen Feingefühl – vor allem auf engem Raum.
Ein Campervan darf gerne Charakter haben.
Die Tür muss ihn nicht jedes Mal beweisen.
Und falls du dich jetzt ertappt fühlst: Keine Sorge.
Ein leiser Griff spart Nerven – und macht dich schlagartig zum Lieblingsnachbarn. 😉
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