Navigieren mit dem Wohnmobil über 3,5 t – ehrlich & unCampliziert
Welches Navi taugt für Wohnmobile über 3,5 t? Tablet, Smartphone oder Standalone? Ehrliche Erfahrungen, Vor- und Nachteile und praxisnahe Tipps.

Navigieren mit dem Wohnmobil über 3,5 t – warum das perfekte Navi eine Illusion ist
Einleitung
Wer viel reist, sammelt Geschichten. Wer mit einem Wohnmobil über 3,5 Tonnen unterwegs ist, sammelt sie schneller – und oft unfreiwillig. Spätestens dann, wenn das Navi überzeugt ist, dass eine 2,10 m breite Dorfstrasse in der Toskana „problemlos befahrbar“ sei.
Vorweg, ganz ehrlich und unCampliziert: Das perfekte Navi gibt es nicht. Ich habe fast alles durch. Und ja, manchmal gewinnt am Ende trotzdem das Verkehrsschild.
1. Tablet-Navigation – viel Freiheit, ein paar Stolpersteine
Navigieren mit dem Tablet klingt nach moderner Camper-Romantik. Grosser Bildschirm, flexible Apps, wenig Kabelsalat. In der Praxis funktioniert das – wenn alles passt.
Was du wirklich brauchst:
– Ein Tablet mit echtem GPS-Modul (nicht selbstverständlich)
– Eine stabile Halterung, die auch Schlaglöcher aushält
– Dauerstrom, sonst wird aus Navigation schnell Blindflug
Vorteile:
– Sehr grosse, übersichtliche Karten
– Apps wie Sygic Truck, CoPilot GPS oder MapFactor mit LKW- bzw. Womo-Profilen
– Oft günstiger als ein klassisches Navi
Nachteile:
– Ohne GPS-Modul bist du schneller in Slowenien als geplant
– Hitze und Sonne mögen Tablets nicht besonders
– Ohne Internet kein Live-Traffic – und der Stau freut sich
Praxis-Fazit:
Gut als Haupt- oder Zweitlösung, aber nur mit sauberem Setup. Improvisation rächt sich hier schneller als anderswo.
2. Smartphone-Apps – immer dabei, aber nicht immer passend
Google Maps & Co. sind schnell, aktuell und wissen gefühlt alles. Ausser, dass dein Wohnmobil 3,90 m hoch ist, 7,5 Tonnen wiegt und hinten noch ein Anhänger baumelt.
Vorteile:
– Sehr gute Live-Verkehrsdaten
– Immer griffbereit
– Einfache Bedienung und Sprachsteuerung
Nachteile:
– Keine Rücksicht auf Gewicht, Höhe oder Breite
– Sperrungen für LKW oder schwere Fahrzeuge werden ignoriert
– Internetabhängig (Roaming lässt grüssen)
Praxis-Fazit:
Perfekt für den Beifahrersitz, zur Kontrolle oder für die Stadt. Als alleiniges Navi für schwere Wohnmobile? Mutig.
3. Standalone-Navi – teuer, aber entspannt
Nach vielen Umwegen, Diskussionen und Wendemanövern bin ich aktuell bei einem klassischen Navi gelandet. Kein Schnickschnack, aber sehr zuverlässig.
Was überzeugt:
– Fahrzeugprofile mit Gewicht, Höhe, Länge und Achslasten
– Offline-Navigation
– Kartenupdates ohne Zusatzkosten
Was nervt:
– Preislich deutlich über Apps
– Bedienung wirkt manchmal etwas aus der Zeit gefallen
– Verkehrsdaten nur mit Smartphone-Kopplung
Praxis-Fazit:
Nicht sexy, aber solide. Für lange Reisen und schwere Fahrzeuge aktuell die stressärmste Lösung.
4. Die beste Navigation sitzt rechts – Elena
Ganz ehrlich: Das beste Navi der Welt sitzt bei mir auf dem Beifahrersitz. Elena, Adleraugen, offenes Google Maps, ein sechster Sinn für Baustellen und ein sehr gutes Gespür für „da fahren wir jetzt besser nicht rein“.
Kein Gerät kann das ersetzen. Und Kaffee-Pausen plant sie auch zuverlässiger als jede App.
5. Der wichtigste Tipp überhaupt: Verkehrsschilder lesen
So banal es klingt: Schilder schlagen jedes Navi.
Während das Gerät noch „in 200 m rechts abbiegen“ sagt, steht da bereits „Durchfahrt verboten über 3,5 t“. Und dann stehst du plötzlich irgendwo, wo du nie hinwolltest.
Stichwort St. Pellegrino. Ja, das ist nicht nur Wasser. Das ist auch ein Gebirgspass. Frag nicht.
Persönlicher Einschub
Ich verlasse mich heute auf eine Kombination: Standalone-Navi, Smartphone, Tablet – und gesunden Menschenverstand. Und auf Elena. Ohne sie wären wir öfter falsch, aber vermutlich auch öfter im Café.
Fazit
Das perfekte Navi gibt es nicht. Aber es gibt eine gute Mischung, die Stress reduziert und Überraschungen begrenzt.
Augen auf, Technik an, Humor behalten. Denn am Ende gilt:
Richtig navigiert ist halb gereist – der Rest ist Abenteuer.
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