07.05.2025

Maut für Wohnmobile über 3,5 Tonnen: Länder und Systeme

PSVA, GO-Maut und Mautboxen richtig einordnen. Ein Überblick für Schweizer Wohnmobilreisende mit Quellen zu Fahrzeugklassen und Abrechnung.

Uwe Grabherr
September 15, 2026
Blick aus dem Wohnmobil auf eine Schrägseilbrücke

Von Uwe Grabherr. Persönliche Erfahrungen und praktische Entscheidungshilfen rund ums Wohnmobil.

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Hörfassung · 5:08 Minuten · Google Charon

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Diese Daten brauchst du zuerst

  • Zulassungsland und Fahrzeugart.
  • Technisch zulässige Gesamtmasse und zulässiges Gesamtgewicht.
  • Achszahl und gegebenenfalls Anhänger.
  • Höhe sowie verlangte Emissionsnachweise.
  • Geplante Länder, Strecken und Sondermauten.

Die Begriffe sind nicht austauschbar. Welche Gewichtsangabe zählt, bestimmt das jeweilige System. Übernimm deshalb nicht einfach eine Einstellung von der letzten Reise.

Schweiz: PSVA für schwere Wohnmotorwagen

Wohnmotorwagen über 3,5 Tonnen unterliegen grundsätzlich der pauschalen Schwerverkehrsabgabe. Sie betrifft das öffentliche Strassennetz. Bei ausländisch immatrikulierten Fahrzeugen zählen Aufenthaltstage einschliesslich Standtagen auf einem Campingplatz. Für das PSVA-pflichtige Fahrzeug ist keine zusätzliche Autobahnvignette nötig.

Schweizer Fahrzeuge werden grundsätzlich über das Strassenverkehrsamt abgerechnet; für ausländische Fahrzeuge bietet das BAZG das Via-Portal. Ein Anhänger kann eine zusätzliche Abgabepflicht auslösen. Prüfe deshalb die vollständige Kombination.

Österreich: die technisch zulässige Gesamtmasse zählt

Über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse gilt auf Autobahnen und Schnellstrassen grundsätzlich GO-Maut. In EU-Zulassungsbescheinigungen steht diese Masse in Feld F.1. Vor der ersten mautpflichtigen Strecke braucht es eine einsatzbereite GO-Box oder ein anderes dafür freigeschaltetes Gerät.

Bis 31. Januar 2029 gibt es eine Übergangsregelung: Das Fahrzeug muss bereits vor dem 1. Dezember 2023 erstmals zugelassen und damals auf höchstens 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht festgelegt worden sein; auch bei der Fahrt darf dieser Wert nicht überschritten sein. Die Voraussetzungen müssen nachgewiesen werden. Prüfe die vollständigen Bedingungen bei ASFINAG.

Frankreich: Fahrzeugklasse und Zahlung trennen

Höhe, zulässiges Gesamtgewicht und Achsen der Kombination beeinflussen die Klasse. Ein Badge für leichte Fahrzeuge ist nicht automatisch für einen schweren Liner geeignet. Lass dir die Eignung anhand deiner Daten bestätigen.

Auf Strecken ohne klassische Schranke gelten die Zahlungswege und Fristen des Betreibers. Keine Schranke bedeutet nicht automatisch keine Maut. Speichere die Hinweise zur betreffenden Strecke vor der Fahrt.

Italien: Achsen und Messhöhe beachten

Autostrade per l’Italia unterscheidet bei zweiachsigen Fahrzeugen nach der Höhe an der Vorderachse. Bei mehr Achsen zählt die Achszahl der Kombination einschliesslich Anhänger. Das ist eine andere Messgrösse als die Gesamthöhe für eine Unterführung.

Nutze nur eine Zahlspur, für die dein Zahlungsmittel vorgesehen ist. Auch hier können streckenabhängig andere Verfahren gelten. Bei einer ungeklärten Zahlung folgst du den Hinweisen des Betreibers.

Deutschland und weitere Reiseländer

Ein reines Wohnmobil fällt gewöhnlich nicht unter die deutsche Lkw-Maut. Entscheidend sind jedoch die fehlende Bestimmung zum Güterverkehr und der tatsächliche Einsatz. Private Nutzung allein befreit nicht jedes schwere Fahrzeug oder Gespann. Kläre gemischte Nutzung vorab.

Für Spanien, Portugal und weitere Länder prüfst du die konkreten Strecken und Zahlungssysteme. Eine Länderkarte ersetzt keine Routenprüfung, besonders bei elektronischer Erfassung.

Unsere Routine vor und während der Reise

Wir nutzen eine länderübergreifende Lösung, weil sie zu unseren Reisen passt. Entscheidend sind Fahrzeugfreigabe, Länderabdeckung, laufende Gebühren und die korrekten Daten im Konto. Eine Box ist nicht allein deshalb sinnvoll, weil sie viele Länder bewirbt.

Kontrolliere vor der Fahrt Kennzeichen, Gerätemontage und Freischaltung. Unterwegs beachtest du Anzeigen und Signaltöne nach Geräteanleitung. Bewahre Nachweise auf und prüfe anschliessend die Abrechnung.

Häufige Fragen

Reicht eine einzige Box für ganz Europa?

Nur für die ausdrücklich freigeschalteten Länder, Strecken und Fahrzeugklassen. Prüfe zusätzlich Sondermauten und nicht abgedeckte Abschnitte.

Ist in Österreich bei einem abgelasteten Fahrzeug nur das eingetragene Nutzungsgewicht entscheidend?

Grundsätzlich zählt die technisch zulässige Gesamtmasse. Für bestimmte ältere abgelastete Fahrzeuge gilt eine befristete Übergangsregelung mit Nachweispflicht.

Quellen und Einordnung

Stand 15. September 2026. Quellen sind Behörden und Mautbetreiber. Tarife, Freischaltungen und Sonderregeln vor jeder Reise nochmals auf den offiziellen Seiten prüfen.

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