08.Juni 2025

Campingplatz Seiser Alm – Traumhaft schön, aber streng

Traumhafte Lage, tolle Stellplätze – aber viele Regeln. Unsere ehrliche Erfahrung mit dem Campingplatz Seiser Alm, unCampliziert erzählt.

Campingplatz Seiser Alm – Traumkulisse mit bitterem Beigeschmack

Einleitung

Manchmal verliebt man sich auf den ersten Blick. In eine Region. In ein Panorama. In eine Parzelle mit Bergblick, bei der man morgens am liebsten gar nicht mehr aus dem Bett will. Genau so ging es uns hier. Die Almwiesen, die Ruhe, die Aussicht – Postkartenmaterial. Und trotzdem bleibt am Ende ein schaler Nachgeschmack. Warum? Lies weiter.

1. Lage & erster Eindruck – schöner geht kaum

Der Platz liegt grossartig. Natur pur, top gepflegt, grosszügige Stellplätze, Weitblick in die Berge. Alles wirkt ordentlich, durchdacht und hochwertig. Man merkt sofort: Hier wurde investiert. Wer nur nach Optik geht, ist im siebten Camper-Himmel.

Vorteile:

  • Traumhafte Aussicht
  • Grosszügige, saubere Stellplätze
  • Gepflegte Anlage

Nachteile:

  • Atmosphäre eher kontrolliert als entspannt

2. Regeln, Regeln, Regeln – und noch ein Schild

Wir mögen klare Regeln. Wirklich. Aber hier ist das Mass voll. Noch nie standen wir auf einem Platz mit einer solchen Dichte an Verboten und Hinweisen. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Spaziergang durch einen sehr gut sortierten Schilderwald.

„Baden auf eigene Gefahr.“
„Springen verboten.“
„Eltern haften für ihre Kinder.“
„Verstösse sind sofort an der Rezeption zu melden.“

Alles korrekt, alles rechtlich sauber – aber die Menge macht’s. Entspannung kommt so eher schwer auf. Camping fühlt sich hier weniger nach Freiheit an und mehr nach Prüfungsordnung.

3. Der „gebildete“ Hund – unser persönliches Highlight

Im Restaurant dann der Moment, der uns laut lachen liess. Auf dem Schild steht sinngemäss:
Hunde bis mittlerer Grösse und nur in sauberem, gebildetem Zustand erlaubt.

Wir stellen uns also vor, wie Loui – West Highland Terrier, Teilzeit-Charmeur – beim Kellner seinen Bildungsnachweis vorlegt. Kein Studium, keine Matura, aber ein Master in Schwanzwedeln und Freundlichkeit. Ob das reicht? Wir wissen es nicht. Ein Schmunzeln war es aber wert.

Humor hat der Platz also. Unfreiwillig. 😉

4. Das Mietbad – teuer, sauber, aber unvollständig

Über 30 Franken pro Tag für ein privates Mietbad. Das ist viel Geld, aber grundsätzlich okay. Die Kabine ist modern, sauber und grosszügig. Bis man merkt: Kein Klopapier. Keine Seife.

Stattdessen ein Zettel: Hygieneartikel bitte im Mini-Markt kaufen.
Sorry, aber wer ein Mietbad bucht, darf erwarten, dass Toilettenpapier dazugehört. Punkt. Das wirkt kleinlich – und passt nicht zum Premium-Anspruch.

5. Stimmung statt Sterne

Hier liegt für uns der Kern des Problems. Der Platz ist wunderschön, keine Frage. Aber die Mischung aus Vorschriften, Kontrolle und Kleingedrucktem nimmt dem Ganzen die Leichtigkeit. Camping bedeutet für uns Freiheit, Vertrauen und Gelassenheit – nicht das Gefühl, jederzeit etwas falsch zu machen.

Persönlicher Einschub

Wir kommen viel rum. Wir sehen einfache Plätze mit Herz – und luxuriöse Anlagen ohne Seele. Der Campingplatz Seiser Alm gehört für uns leider zur zweiten Kategorie. Beeindruckend, aber nicht entspannt. Schön, aber nicht herzlich.

Fazit

Man kann einen Platz perfekt bauen. Mit Aussicht, Ausstattung und Ordnung. Aber ohne ein bisschen unCamplizierte Menschlichkeit bleibt es kühl. Weniger Schilder, mehr Vertrauen – das hätte hier Wunder gewirkt.

Danke für das Panorama, die frische Bergluft und das schöne Bad.
Aber für uns gilt: einmal gesehen, abgehakt.

Und ganz wichtig zum Schluss:
Das beste Klopapier ist immer noch das, das man dabei hat.

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